Klassiker

„Sturmhöhe“ von Emily Brontë, erschienen bei Anaconda, aus dem Englischen von Alfred Wolfenstein (unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar)

Nachdem ich zuletzt eher moderne Thriller gelesen habe, wollte ich mich mal an einen echten Klassiker wagen und bin bei „Sturmhöhe“ von Emily Brontë gelandet. Ein Buch, das als Meilenstein der Literatur gilt und aktuell durch die neue Verfilmung wieder stärker im Gespräch ist. Ich wollte, bevor ich mich dem Film widme, erst das Buch lesen und war sehr gespannt, wie zugänglich ein solcher Klassiker heute noch ist.

Die Geschichte spielt in der rauen Landschaft von Yorkshire rund um das Anwesen Wuthering Heights und begleitet mehrere Generationen zweier Familien. Findelkind Heathcliff und Catherine erleben eine tragische Liebesgeschichte, die sich schnell zu einer düsteren Erzählung über Rache, Stolz und die weitreichenden Folgen von Entscheidungen und Verletzungen entwickelt.

Der Einstieg fiel mir nicht ganz leicht. Die Sprache ist ungewohnt, die Perspektive, die hauptsächlich von der Haushälterin Nelly erzählt wird, ebenfalls. Es ist definitiv kein Buch, das man einfach nebenbei liest. Ich habe deutlich länger dafür gebraucht als für meine üblichen Bücher. Zusätzlich fand ich es stellenweise verwirrend, dass sich Namen über Generationen hinweg wiederholen, da Kinder nach ihren Eltern benannt wurden. Da musste ich öfter kurz innehalten, um den Überblick zu behalten.

Trotzdem hat mich die Atmosphäre gepackt. Diese düstere, fast schon beklemmende Stimmung zieht sich konsequent durch die gesamte Geschichte. Die Figuren sind komplex, oft schwer greifbar und alles andere als sympathisch, aber genau das macht sie interessant. Auch die Liebesgeschichte bleibt eher zwischen den Zeilen, was ungewohnt ist, aber gut zur Zeit passt.

Ein echtes Highlight ist die Ausgabe selbst: Die Schmuckausgabe ist hochwertig gestaltet, mit Farbschnitt und Lesebändchen und ein echter Hingucker im Regal.

„Sturmhöhe“ war ein besonderes Leseerlebnis für mich, absolut beeindruckt hat mich, dass es vor so langer Zeit geschrieben wurde. Einen Vergleich zu zeitgenössischen Büchern zu ziehen, finde ich schwer. Wer Interesse an einem Klassiker hat, der sollte sich diese besondere Geschichte nicht entgehen lassen. 

Klappentext:

Auf einer Anhöhe inmitten der rauen Landschaft des englischen Yorkshire liegt das Anwesen »Wuthering Heights«, dem Wind schutzlos ausgesetzt, der hier strenger als anderswo weht. Sein Besitzer, der herzensgute Mr Earnshaw, nimmt den Findling Heathcliff zu sich. Bald schon verliebt sich Earnshaws Tochter Cathy heftig in ihn. Doch ihre Liebe endet im Unglück, und ein Gespinst aus Rache und Verrat liegt fortan über dem Landgut. Emily Brontës düstere Liebesgeschichte ist bis heute eines der intensivsten Leseerlebnisse überhaupt – tragisch, wild & romantisch.

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