„Pause“ von Lena Kupke, erschienen bei dtv (unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar)
Schon bevor ich die erste Seite gelesen hatte, hat mich das Buch „Pause“ optisch begeistert. Das matte Cover in orange zeigt eine sitzende Frau im Schlafanzug, die in eine andere Richtung schaut. Die Schriftzüge sind eingestanzt und man kann nicht anders, als immer wieder mit den Händen darüber zu fahren.

Darum geht es: Hanna, eine freiberufliche Illustratorin, bricht während einer Präsentation zusammen und landet im Krankenhaus. Sie möchte so schnell wie möglich wieder nach Hause, doch dafür muss sie jemand abholen. Am Ende sind es ihre Eltern, die sie zurück in ihr altes Kinderzimmer holen. Mit Mitte dreißig findet Hanna sich also wieder in ihrem Elternhaus wieder und muss eine Zwangspause einlegen.
Hannas Geschichte hat mich sehr berührt. Sie fällt niemandem zur Last, weil sie gar nicht erst um Hilfe bittet und wenn sie es doch einmal tut, scheinen alle anderen Wichtigeres zu tun zu haben. Ihr Freund ist mit anderen Dingen beschäftigt und auch in ihrer Familie wird über vieles geschwiegen.
Lena Kupke erzählt diese Geschichte unglaublich authentisch und entwaffnend ehrlich. Obwohl nie alles ausgesprochen wird, spürt man als Leserin genau, welche Last Hanna mit sich herumträgt. Hannas direkte Gedanken und ihr trockener Humor lockern die ernste Thematik immer wieder auf.
Mehr als einmal hätte ich Hanna am liebsten umarmt, weil sie so verständnisvoll mit allen anderen umgeht und ihre eigenen Bedürfnisse ständig hinten anstellt. Gleichzeitig habe ihr von Herzen gewünscht, endlich den Mut zu finden, Hilfe anzunehmen. Besonders schön fand ich, dass das Buch auch zeigt, dass professionelle Unterstützung ihren Platz hat und Heilung Zeit braucht.
„Pause“ ist ein authentisches Debüt mit viel Gefühl, das mich überrascht und tief berührt hat und definitiv Lust auf mehr von Lena Kupke macht! Ich vergebe 4,5/5 Sternen.
Klappentext:
Manchmal zwingt das Leben einen zur Pause, ob man will oder nicht. Hanna will eigentlich nicht, doch von heute auf morgen findet sie sich in ihrem alten Kinderzimmer in der Lüneburger Heimat wieder. Nur wie soll das überhaupt funktionieren: ein Familienalltag von null auf hundert mit Eltern und erwachsenem Kind, die seit jeher Konflikte lieber unter den Teppich kehren, als sie zu klären?
Und was ist mit ihrem Freund Paul und ihrem Leben in Berlin?
