„Eisglut“ von Roland Muller, erschienen bei Aufbau Taschenbuch (unbezahlte Werbung)
Nach „Eisrausch“ und „Eisfalle“ muss John Kaunak in „Eisglut“ den dritten hochbrisanten Fall lösen. Blieb er in den ersten beiden Bänden dabei in seiner Wahlheimat Grönland, so reist er diesmal mit seinem Team zur Vermeidung einer nuklearen Katastrophe nach einem Abstecher zur Pituffik Space Base (fka Thule Air Base) zunächst nach Spitzbergen und dann über Hamburg weiter in den Nahen Osten.

Hatten die Weltherrschaftsphantasien der Orange im Weißen Haus vielleicht noch eher zufällig Eisrausch zu politischer Aktualität verholfen, so ist Eisglut davon nahezu durchtränkt. Der russische Krieg gegen die Ukraine und der israelisch-amerikanische Krieg gegen den Iran sind Grundlage der Herausforderungen, denen sich John Kaunak und sein Team gegenübersehen.
Roland Muller entfernt sich damit etwas von seinem selbst diagnostizierten Arktis-Virus, das zwar den ersten Teil des Buches noch sehr stark prägt, dann aber der Globalisierung weicht. Nach den detaillierten Einblicken in das grönländische Leben fand ich nun sowohl die detaillierten Schilderungen zu Spitzbergen als auch die spätere Reise in südliche Gefilde aufgrund der präzisen Schilderungen der Gegebenheiten spannend und inspirierend.
Wieder wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt — John Kaunak bleibt natürlich die Hauptperson, aber auch seine Nemesis, Mitglieder seines Teams, die zum Teil von Nuuk aus operierten, zum Teil an seiner Seite waren, und seine große Liebe Aka steuern jeweils eigene Blickwinkel bei, was den Thriller sehr abwechslungsreich und durchgängig spannend macht. Gut gefallen hat mir die stimmige Einbeziehung grönländischer Mythologie, die jedoch einen deutlich kleineren Raum einnahm als noch in den ersten beiden Büchern.
Einziger kleiner Wermutstropfen sind zwei von mir wahrgenommene Unstimmigkeiten im zeitlichen Ablauf — mir schienen die Handlungsstränge zweimal nicht synchron bzw. (chrono)logisch.
Vielen Dank für das Bloggerpaket — den „Plutonium“-Handwärmer hat sich mein Sohn direkt unter den Nagel gerissen.
Wieder einmal hat mich Roland Muller restlos überzeugt und in seinen Bann gezogen, vor allem mit seinem bildhaften Schreibstil voller Details und ohne dabei langatmig zu werden. Mit John Kaunak und seinem Team kann man wunderbar mitfiebern. Klare Leseempfehlung und 5/5 Sternen. Die beiden ersten Bände sollte man aber vorher gelesen haben, um John Kaunak vollumfänglich verstehen zu können.


Klappentext:
Der Geigerzähler tickt…
Ein Geisterschiff treibt im Polarmeer – als Ermittler John Kaunak mit seinem Team von SPEC-M eintrifft, finden sie Reste radioaktiver Strahlung, offenbar von Bombenmaterial aus der Zeit des Kalten Krieges. Doch bald wird klar, dass hier nicht nur globale staatliche Interessen im Spiel sind, sondern auch brandgefährliche Gruppierungen.
John und seine Leute müssen alle Kräfte und einiges an Nerven aufbieten, wahrend sie einer Spur hinterherhetzen, die wie eine brennende Zündschnur von Grönland bis in den Nahen Osten führt.
Der dritte Fall für John Kaunak – explosiver und aktueller denn je
Hier geht es zu meinen anderen Rezensionen zu den Büchern aus der Reihe:
