„Fäden des Glücks“ von Marit Warncke, Harper Collins (unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar)
Auf „Fäden des Glücks“ war ich wirklich gespannt. Ich kenne die Autorin Marit Warncke bereits von YouTube, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann kreative Inhalte rund ums Sticken und Nähen veröffentlicht.

Darum geht es: Unternehmensberaterin Karla wird völlig überraschend gekündigt. Kurzerhand kehrt sie in das alte Gutshaus ihrer Familie nach Lüttenbü zurück. Dort trifft sie ausgerechnet auf Rasmus, den Mann, der ihr vor dreizehn Jahren das Herz gebrochen hat. Dass ausgerechnet er ihr nun beim Renovieren des Gutshauses helfen will, sorgt natürlich für ordentlich Gefühlschaos.
Die Geschichte rund um Karla und Rasmus konnte mich nicht komplett abholen. Mit dem Schreibstil bin ich bis zum Schluss nicht richtig warm geworden. Immer wieder bin ich über sehr lange, verschachtelte Sätze gestolpert und auch die Dialoge wirkten auf mich stellenweise etwas zäh oder konstruiert.
Überrascht haben mich dagegen die Rückblicke in die Vergangenheit. Dort greift die Autorin das Thema Zwangsarbeit auf: Ein wichtiger und bewegender Teil der Geschichte, der für mich deutlich mehr Tiefe hatte als die Liebesgeschichte in der Gegenwart. Diese Passagen waren für mich die stärksten des gesamten Romans.
Schade fand ich außerdem, dass das Nähen deutlich weniger Raum einnimmt, als ich erwartet hatte. Selbst die Nähanleitung für eine Kissenhülle im Anhang konnte dieses Gefühl für mich nicht mehr ausgleichen.
Besonders die historischen Rückblicke konnten mich überzeugen, während mich die Liebesgeschichte und der Schreibstil leider nicht vollständig abgeholt haben. Insgesamt ist „Fäden des Glücks“ ein solider Roman mit interessanten Themen, bei dem ich mir vor allem mehr kreativen Näh-Content gewünscht hätte. 3,5/5 Sterne.
Klappentext:
Zeit zum Nähen hat Karla schon lange nicht mehr:
Ihr trister Job in der Unternehmensberatung frisst sämtliche Zeit. Doch als ihr unerwartet gekündigt wird, erinnert sie sich an das alte Gutshaus ihrer Familie, das langsam, aber sicher zerfällt, weil es schon lange keine Liebe mehr erhielt. Ähnlich wie Karla selbst.
Kurzerhand reist sie ins beschauliche Lüttenbü. Karla rechnet bei der Renovierung mit allem: Rohrbrüchen, verwilderten Ländereien, jedoch nicht damit, auf Rasmus zu treffen, der ihr vor dreizehn Jahren das Herz brach. Doch dass gerade er ihr mit dem Haus helfen will, lässt Karlas Herz auf mehrere Arten stolpern.
