„Yesteryear“ von Caro Claire Burke, übersetzt von Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn, erschienen bei Heyne (unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar)
Auf „Yesteryear“ war ich unglaublich gespannt, gefühlt alle reden über diese Geschichte. Das Thema rund um Tradwives hat mich auf Anhieb angesprochen. Vorweg kann ich sagen: Dieses Buch hat mich komplett überrascht.

Natalie Heller Mills führt nach außen das scheinbar perfekte Leben: eine wunderschöne Farm, viele hübsche Kinder, ein attraktiver Ehemann, selbstgebackenes Sauerteigbrot und Millionen von Followern, die genau dieses Leben bewundern. Natalie verkauft die Illusion einer heilen Welt und ihre Community liebt sie dafür.
Doch ein Blick hinter die Fassade zerstört die Illusion. Nannys, Angestellte und ein Produktionsteam machen das alles erst möglich und Natalies Gedanken sind scharf, negativ und berechnend. Kurzum, das Leben, das Natalie verkauft, existiert in Wahrheit also gar nicht.
Eines Tages wacht Natalie auf und plötzlich ist alles anders: Kein Strom, keine modernen Annehmlichkeiten, keine Helfer. Stattdessen findet sie sich scheinbar im Jahr 1855 wieder und muss genau das Leben führen, das sie online seit Jahren glorifiziert.
Doch was ist passiert? Ist sie in der Vergangenheit gelandet? Steckt sie in einer Realityshow? Oder ist alles ganz anders?
Genau diese Fragen haben dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ich war ab der ersten Seite komplett gefesselt.
Der Schreibstil ist intensiv, atmosphärisch, bissig und unglaublich packend. Die Geschichte entwickelt einen regelrechten Sog, weil man ständig wissen möchte, was hier eigentlich vor sich geht.
Für mich war das Buch eine wilde Mischung aus Gesellschaftskritik, Familiendrama und Fiebertraum. „Yesteryear“ ist klug, verstörend, unterhaltsam und erschreckend aktuell. Ein Roman, der Social Media und Rollenbilder hinterfragt. Für mich gehört dieses Buch definitiv zu den besten, die ich in diesem Jahr gelesen habe: 5/5 Sternen
Klappentext:
Ihr Leben ist perfekt – solange man nicht hinter die Kulissen schaut
Idyllische Landschaften, eine malerisch renovierte Farm, fünf Kinder, ein attraktiver Ehemann und der perfekte Sauerteig – Natalie Heller Mills führt ein traditionelles Leben und schämt sich nicht dafür, ganz im Gegenteil.
Stolz inszeniert sie ihren Alltag in den sozialen Medien und gibt ihren Zuschauer*innen das, was sie wollen: eine schöne heile Welt mit guten alten Werten.
Doch als Natalie eines Tages aufwacht, findet sie sich auf einmal in der harten Realität dieser rosagefärbten Illusion wieder. Und ihre Rolle als vorbildliche Haus-und demütige Ehefrau, die sie so gerne gespielt hat, entpuppt sich als absoluter Albtraum.
