𝔸𝕝𝕝𝕖 𝕘𝕝ü𝕔𝕜𝕝𝕚𝕔𝕙 – 𝕂𝕚𝕣𝕒 𝕄𝕠𝕙𝕟 – ℍ𝕒𝕣𝕡𝕖𝕣 ℂ𝕠𝕝𝕝𝕚𝕟𝕤
(unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar)

„Alle glücklich“ ist mein erstes Buch von Kira Mohn und ich war voller Vorfreude auf diesen Familienroman.
Die Geschichte handelt von einer Familie, die nach außen hin alles zu haben scheint: Mama, Papa und zwei Kinder, alle erfolgreich, alle glücklich. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr merkte ich, dass dieses Bild trügt. Hinter der glänzenden Oberfläche verbergen sich Spannungen und unausgesprochene Konflikte. Natürlich ist die Erkenntnis, dass keine Familie wirklich perfekt ist, nichts Neues, schließlich trägt jeder sein eigenes Päckchen mit sich herum. Trotzdem fand ich es spannend zu beobachten, wie sich nach und nach die Risse in dieser vermeintlich heilen Welt zeigen.
Der leicht zugängliche, flüssige Schreibstil hat mir gut gefallen und das Buch liest sich schnell und unkompliziert. Auch die wechselnden Perspektiven der einzelnen Familienmitglieder fand ich gelungen. Jeder trägt seine Gedanken mit sich herum, doch niemand spricht sie wirklich aus. Es ist stellenweise traurig zu sehen, wie sehr diese Familie aneinander vorbeilebt.
Was mich etwas gestört hat, war die starke Neigung zu Klischees. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass bestimmte Rollen sehr eindeutig verteilt sind und insbesondere die männlichen Figuren oft als die „Schuldigen“ oder problematischen Charaktere dargestellt werden. Das wirkte stellenweise einseitig und hätte für meinen Geschmack differenzierter sein dürfen.
Die Figuren sind sorgfältig gezeichnet, doch ich konnte mich nicht vollständig in sie hineinversetzen. Einige Entwicklungen wirkten recht vorhersehbar und haben mich kaum überrascht. Gegen Ende wurde mir die Handlung zudem etwas zu überladen, die Ereignisse wirkten überzogen und verloren für mich an Glaubwürdigkeit. Das Finale hat mich daher eher irritiert als wirklich berührt.
Unterm Strich ist „Alle glücklich“ ein gut lesbarer Familienroman mit einer interessanten Grundidee. Thematisch fand ich das Buch durchaus spannend, emotional hat es mich jedoch nicht vollständig erreicht. Trotzdem eignet sich die Geschichte gut als leichte Lektüre für zwischendurch. 3,5/5 Sternen
Klappentext:
Eine Familie, die doch glücklich sein sollte
Nina: Mutter, Ehefrau, medizinisch-technische Assistentin.
Erfüllt alle Rollen, doch daneben gibt es eine, von der niemand etwas weiß.
Alexander: Oberarzt, Ehemann, Vater. Tut alles für seine Familie, opfert sich auf als Arzt – und wer dankt es ihm?
Emilia: Gymnasiastin. Ist zum ersten Mal richtig verliebt.
Sucht ihren eigenen Weg, geht aber den des Freundes.
Ben: Student. Es geht ihm gut. Es geht ihm wirklich gut.
Verdammt noch mal, es geht ihm gut!
Eine liebevolle Mutter, ein beruflich erfolgreicher Vater, zwei wohlgeratene Kinder. Doch wenn der Druck steigt, reißt die Fassade auf.
