Rezension „ℂ𝕒𝕗é 𝔽𝕚𝕟𝕚𝕥𝕠“ – 𝕊𝕪𝕓𝕚𝕝 𝕍𝕠𝕝𝕜𝕤 – ℂ.𝔹𝕖𝕣𝕥𝕖𝕝𝕤𝕞𝕒𝕟𝕟 – 𝔼𝕋 𝟘𝟙.𝟙𝟘.𝟚𝟝
(𝚞𝚗𝚋𝚎𝚣𝚊𝚑𝚕𝚝𝚎 𝚆𝚎𝚛𝚋𝚞𝚗𝚐, 𝚁𝚎𝚣𝚎𝚗𝚜𝚒𝚘𝚗𝚜𝚎𝚡𝚎𝚖𝚙𝚕𝚊𝚛)

Schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass mit „Café Finito“ ein kleiner Buchschatz bei mir eingezogen ist.
Darum geht es: Im „Café Finito“ auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin trifft sich unter der Leitung von Friedhofsgärtner Kristof einmal im Monat eine Trauergruppe von den unterschiedlichsten Leuten, die kürzlich einen Angehörigen verloren haben: Mira trauert um ihre beste Freundin, Lizzie hat nach siebzig Jahren ihren Mann verloren, Matthias trauert um seine Geliebte und Iris um ihre Mutter.
Dem Schicksal der einzelnen Personen sind eigene Kapitel gewidmet, so dass man von jedem über die Art der Trauer erfährt und wie sie damit zurecht kommen und versuchen weiterzuleben. Auch der Schauplatz selbst ist dabei fast eine eigene Figur. Der Dorotheenstädtische Friedhof ist ein würdevoller Ort voller Geschichte, den ich jetzt unbedingt bei meinem nächsten Aufenthalt in Berlin besuchen möchte.
Der Schreibstil von Sybil Volks ist wortreich, blumig und unglaublich lebendig. Es gab viele Sätze, die ich mehrfach gelesen habe, einfach weil sie so schön formuliert waren. Mit viel Humor und Feingefühl schafft sie es, das oft totgeschwiegene Thema Sterben mitten ins Leben zu holen.
Beim Lesen habe ich gelächelt, gelacht, geschluckt und unglaublich viel mitgenommen. Es ist kein Buch für zwischendurch, man braucht Ruhe, Zeit und die Bereitschaft, das Gelesene wirken zu lassen. Jeder, der liebt, wird im Laufe des Lebens mit dem Tod und der Trauer konfrontiert werden. Somit geht uns das Thema alle etwas an.
Das Ende konnte mich leider nicht überzeugen und abholen, trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und empfehle es weiter.
Fazit: „Café Finito“ ist ein Buch über Trauer und Neuanfänge. Ich bin mir sicher, dass ich dieses Buch noch einmal lesen werde. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ich vergebe 4,5/5 Sternen.
Klappentext:
Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin, in Gesellschaft von Deutschlands talentiertesten Toten, stand das Café Finito. Hier versorgte Kristof seine Gäste mit Tee und Torte, und wer es wünschte, bekam eine Portion Sahne und Trost obendrauf.
Der Tod war ein direkter Nachfahre des Lebens, fand Kristof, und die Trauer ein Kind der Liebe.«
Die Abschiedsgruppe im Café Finito wird ein Jahr lang zu einem Ort der Begegnung für eine Handvoll höchst unterschiedlicher Menschen.
Gemeinsam lernen sie, sich zu erinnern, und manche fassen den Mut, etwas Neues zu wagen.
EINE HYMNE AN DIE KRAFT DER MENSCHLICHEN GEMEINSCHAFT
Ein wenig Magie kommt ins Spiel.
Und wie es sich gehört, sitzen Tragik und Komik im selben Boot.
Buchinfo:
Titel: Café Finito
Autorin: Sybil Volks
Erschienen bei: C.Bertelsmann
Seiten: 336
ISBN: 978-3-570-10540-5
