Krimi und Thriller

„Das Camp — Donkerbloem 2“ von Linus Geschke, erschienen bei Piper (unbezahlte Werbung, selbst gekauft)

Nach dem atemberaubenden Auftakt der Donkerbloem-Reihe (Der Trailer), der im vergangenen Herbst erschien, kam nun Band 2 auf den Markt, „Das Camp“. Meine Erwartungen waren ehrlich gesagt gar nicht so hoch, denn erfahrungsgemäß sind zweite Bände von Trilogien eher eine Brücke zwischen Band 1 und 3 denn eigenständige, spannende Geschichten. Nichtsdestotrotz freute ich mich sehr auf das neue Buch und schon der außergewöhnliche Prolog hat mich sehr neugierig gemacht.

Die erste Hälfte hat mich in meiner Erwartung auch durchaus bestätigt. Es war einfach schön, den im ersten Bank liebgewonnenen Charakteren weiter folgen zu dürfen, ohne dass die Story von besonders spektakulären Entwicklungen geprägt gewesen wäre.

Doch dann nahmen die Geschehnisse wieder Fahrt auf, es wurde rasant und spannend und Linus Geschkes Ankündigung, dass nicht alle Protagonisten die gesamte Reihe überleben würden, wurde wahr… Das Buch hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe mit Frieda, Wout, Kathinka und Tayfun mitgefiebert und mitgelitten.

Schon zum ersten Band gab es eine Spotify-Playlist, die die Lesenden zu Hörenden machen und in Wouts Bar entführen soll. In „Das Camp“ war ich so tief in die Entwicklung zwischen Tayfun und Frieda gezogen, dass ich mir mehrfach die gerade dort erwähnten Songs raussuchen und anhören musste, um die beschriebene Atmosphäre ebenfalls zu spüren.

Ansonsten gilt für „Das Camp“ was ich schon zu „Der Trailer“ schrieb: Die Figuren sind wunderbar unperfekt, ihre selbstzerstörerischen Züge plausibel und es macht Spaß, ihnen zu folgen. Die Machenschaften in Hamburg, die Korruption und Clan-Kriminalität, rücken gegenüber dem ersten Band stärker in den Fokus — der Mordfall an Lisa Martin ist schließlich aufgeklärt, doch die vier Protagonisten sind weiterhin eng verbunden.

Nach der 5-Sterne-Bewertung für „Der Trailer“ gibt es 4,5 Sterne für „Das Camp“.

Mit Band 2 in die Trilogie zu starten, wäre natürlich eine ganz schlechte Idee, von der ich dringend abrate. Wer nun erst auf die Reihe aufmerksam wird, sollte noch zu Band 1 greifen und direkt mit Band 2 weitermachen.

Kleiner Wermutstropfen: Mein (selbstgekauftes) Buch hatte nun leider nicht mehr den Airstream-Nieten-Farbschnitt, den ich bei „Der Trailer“ noch so begeistert beschrieben hatte. In meinem Bücherregal werden die drei Bände also nur den Airstream über die drei Cover hinweg ergeben…

Klappentext:

Kein Ausweg. Kein Entkommen.

Ein abgelegener Campingplatz mitten in den Ardennen.

Eine Kommissarin, die ins Visier eines perfiden Killers gerät.

Drei Freunde, die sich entscheiden müssen, wie weit sie gehen, um jemanden zu retten.

Und eine atemberaubende Hetzjagd, die dort endet, wo alles begann: in Camp Donkerbloem.